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Familiar Straners. A lecture by Friedhelm Kändler.

FEATURE | ISSUE NINE | WHAKAKATA / HUMOUR

Translated by Madita Petersen (she/her) | @maditaapetersen | Contributing Writer

Original by Friedhelm Kändler


One letter is missin. Lanuae becomes different. I think it is possible to live with what is

missin. I think we can certainly do without one of the elements we use to communicate.

Even so, despite this omission, we are still able to convey our thouhts and ideas. Ladies and

entlemen, how important is the completeness of our words? What sinificance does the

hindrance caused by the omission of one sinle letter hold?

Let me compare our lanuae to a buildin. A house that rests on several pillars—the many

supports of this house. If one of these supports is missin, the house will still stand. I can still

be understood; I can still convey my thouhts and feelins throuh the medium of lanuae. But,

my friends, not all the uests I invite into my home—and here, because of my otherwise

insinificant disability, a chane is takin place—not all of them will come. Those who let

themselves be unsettled by the absence of this one pillar of the house of my lanuae—they

will be lost to me. I will have fewer friends. But as for the others—those who feel the need to

hear what I have to say—I can trust their attention. With them, I, too, can speak and make

myself understood.

But what if a seond letter is missin? And ten anoter? A tird! Te ouse of my words would

wobble; it would sway. Te absene of tree of my letters arries a disproportionately reater

sinifiane, a reater importane, tan te absene of just one of my letters. I will ave a mu arder

time ommuniatin wit you, makin you understand me. I must do witout ertain ears. I must

arefully oose to wi ears I onvey my touts wen I want to talk about my opes, my problems, my

desires and my sorrow. I am still understood, but only wit diffiulty, and some ears ave already

fallen by te wayside.

Wat would appen if I were robbed of more and more? Te fourt letter would e stolen from

me. And as if tat were not enou, te fift ould e missin as ell! Five letters, ladies and entlemen,

tat I do not ave at my disposal! I maintain tat you are neverteless—despite teir asene—ale to

understand me. I maintain tat after a period of listenin, a period of ettin used to it, you ould

no loner miss te letters—te uildin loks of my lanuae—ut ould ear at I ave to say to you, at I

ant to onvey to you.

Ladies and entlemen, I kno of a reat numer of people o ave learned not to sout, not to reel.

For if tey ere to sout, tey ould immediately e reminded of te missin, seeminly indispensale

numer of sinals tat make up lanuae—sinals tey do not possess.

I tank you for your patiene and I ask you to sare te riness of your lanuae it oters.

Tank you very mu.


Original: Freme Bekannte by Friedhelm Kändler.


Freme Bekannte. Ein Vortrag von Friedhelm Kändler.

Ein Buchstabe fehlt. Sprache wir aners. Sprache wir frem. Ich enke, es kann mit em was fehlt,

gelebt weren. Ich enke, wir können urchaus auf eines jener Elemente, mit enen wir uns

verstänigen, verzichten. Wir sin trotzem – trotz es Fehlens in er Lage, unsere Geanken un

Ieen mitzuteilen. Meine Amen un Herren, wie wichtig ist ie Vollstänigkeit unserer Worte?

Welche Beeutung kommt er Behinerung urch as Fehlen eines Buchstabens zu?

Lassen Sie mich unsere Sprache mit einem Gebäue vergleichen, mit einem Haus, as auf

mehreren Pfeilern ruht, en verschieenen Trägern ieses Hauses. Ist einer ieser Träger nicht

vorhanen, wir as Haus weiterhin bestehen bleiben. Ich kann weiterhin verstanen weren,

mein Enken un Fühlen über as Meium er Sprache vermitteln. Och, meine Freune, nicht alle

Gäste, ie ich in mein Haus lae, un hier finet, begrünet urch meine an sich unbeeutene

Behinerung eine Veränerung statt, nicht alle weren kommen. Iejenigen, ie sich urch as Fehlen

ieser einen Stütze es Gebäues meiner Sprache verunsichern lassen, sie weren mir verloren

gehen. Ich were weniger Freune haben. Ie aneren aber, ie as Beürfnis haben, zu hören, was

ich Ihnen zu sagen habe, eren Aufmerksamkeit kann ich vertrauen. Mit ihnen kann auch ich

reen un mich verstänigen.

As aber ist, enn ein zeiter Buchstabe fehlt? Un ann ein eierer, ein Rier? As Haus meiner Ore

üre ackeln, es üre schanken. Em Fehlen reier meiner Buchsaben komm eine

unverhälnismäßig größere Beeuung, größere Ichigkei zu, als em Fehlen nur eines meiner

Buchsaben. Ich ere es um einiges scherer haben, mich Ihnen mizueilen, mich Ihnen

versänlich zu machen. Ich muss auf besimme Ore verzichen. Habe sorgfälig auszuählen, in

elche Ore ich mein Enken kleie, ill ich von meinen Hoffnungen erzählen, meine Probleme

eiergeben, meine Ünsche un Rauer. Ich ere noch versanen, och nur mi Mühe, un mache Ore

bleiben berefs auf er Srecke.

As nun äre, üre ich immer eiere rau? Er viere Uchsae üre mir gesohlen. Un ami nich genug. Er

üne üre auch noch ehlen! Ün Uchsaen, meine Amen un Herren, üer ie ich nich verüge! Ich

ehaupe, ass Sie rozem, nach einer Zei es Hörens, einer Zei er Gohnhei ie Uchsaen, ie Räger es

Geäues meiner Sprache nich mehr vermissen üren, sonern hören, as ich Ihnen zu sagen hae,

Ihnen mieilen ill.

Meine Amen un Herren, ich eiß um eine große Zahl Menschen, ie gelern haen, nich zu

schreien, nich auzuegehren. Enn üren sie schreien, üren sie soor au ie ehlene, au ie scheinar

uneing noenige Zahl an Signalen veriesen eren, aus enen Sprache eseh un üer ie sie nich

verügen.

Ich eanke mich ür Ihre Geul un ie Sie, Ihr Vermögen, en Reichum Ihrer Sprache mi aneren zu

eilen.

Vielen Ank!

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