Familiar Straners. A lecture by Friedhelm Kändler.
- Madita Petersen
- Aug 13
- 4 min read
FEATURE | ISSUE NINE | WHAKAKATA / HUMOUR
Translated by Madita Petersen (she/her) | @maditaapetersen | Contributing Writer
Original by Friedhelm Kändler
One letter is missin. Lanuae becomes different. I think it is possible to live with what is
missin. I think we can certainly do without one of the elements we use to communicate.
Even so, despite this omission, we are still able to convey our thouhts and ideas. Ladies and
entlemen, how important is the completeness of our words? What sinificance does the
hindrance caused by the omission of one sinle letter hold?
Let me compare our lanuae to a buildin. A house that rests on several pillars—the many
supports of this house. If one of these supports is missin, the house will still stand. I can still
be understood; I can still convey my thouhts and feelins throuh the medium of lanuae. But,
my friends, not all the uests I invite into my home—and here, because of my otherwise
insinificant disability, a chane is takin place—not all of them will come. Those who let
themselves be unsettled by the absence of this one pillar of the house of my lanuae—they
will be lost to me. I will have fewer friends. But as for the others—those who feel the need to
hear what I have to say—I can trust their attention. With them, I, too, can speak and make
myself understood.
But what if a seond letter is missin? And ten anoter? A tird! Te ouse of my words would
wobble; it would sway. Te absene of tree of my letters arries a disproportionately reater
sinifiane, a reater importane, tan te absene of just one of my letters. I will ave a mu arder
time ommuniatin wit you, makin you understand me. I must do witout ertain ears. I must
arefully oose to wi ears I onvey my touts wen I want to talk about my opes, my problems, my
desires and my sorrow. I am still understood, but only wit diffiulty, and some ears ave already
fallen by te wayside.
Wat would appen if I were robbed of more and more? Te fourt letter would e stolen from
me. And as if tat were not enou, te fift ould e missin as ell! Five letters, ladies and entlemen,
tat I do not ave at my disposal! I maintain tat you are neverteless—despite teir asene—ale to
understand me. I maintain tat after a period of listenin, a period of ettin used to it, you ould
no loner miss te letters—te uildin loks of my lanuae—ut ould ear at I ave to say to you, at I
ant to onvey to you.
Ladies and entlemen, I kno of a reat numer of people o ave learned not to sout, not to reel.
For if tey ere to sout, tey ould immediately e reminded of te missin, seeminly indispensale
numer of sinals tat make up lanuae—sinals tey do not possess.
I tank you for your patiene and I ask you to sare te riness of your lanuae it oters.
Tank you very mu.
Original: Freme Bekannte by Friedhelm Kändler.
Freme Bekannte. Ein Vortrag von Friedhelm Kändler.
Ein Buchstabe fehlt. Sprache wir aners. Sprache wir frem. Ich enke, es kann mit em was fehlt,
gelebt weren. Ich enke, wir können urchaus auf eines jener Elemente, mit enen wir uns
verstänigen, verzichten. Wir sin trotzem – trotz es Fehlens in er Lage, unsere Geanken un
Ieen mitzuteilen. Meine Amen un Herren, wie wichtig ist ie Vollstänigkeit unserer Worte?
Welche Beeutung kommt er Behinerung urch as Fehlen eines Buchstabens zu?
Lassen Sie mich unsere Sprache mit einem Gebäue vergleichen, mit einem Haus, as auf
mehreren Pfeilern ruht, en verschieenen Trägern ieses Hauses. Ist einer ieser Träger nicht
vorhanen, wir as Haus weiterhin bestehen bleiben. Ich kann weiterhin verstanen weren,
mein Enken un Fühlen über as Meium er Sprache vermitteln. Och, meine Freune, nicht alle
Gäste, ie ich in mein Haus lae, un hier finet, begrünet urch meine an sich unbeeutene
Behinerung eine Veränerung statt, nicht alle weren kommen. Iejenigen, ie sich urch as Fehlen
ieser einen Stütze es Gebäues meiner Sprache verunsichern lassen, sie weren mir verloren
gehen. Ich were weniger Freune haben. Ie aneren aber, ie as Beürfnis haben, zu hören, was
ich Ihnen zu sagen habe, eren Aufmerksamkeit kann ich vertrauen. Mit ihnen kann auch ich
reen un mich verstänigen.
As aber ist, enn ein zeiter Buchstabe fehlt? Un ann ein eierer, ein Rier? As Haus meiner Ore
üre ackeln, es üre schanken. Em Fehlen reier meiner Buchsaben komm eine
unverhälnismäßig größere Beeuung, größere Ichigkei zu, als em Fehlen nur eines meiner
Buchsaben. Ich ere es um einiges scherer haben, mich Ihnen mizueilen, mich Ihnen
versänlich zu machen. Ich muss auf besimme Ore verzichen. Habe sorgfälig auszuählen, in
elche Ore ich mein Enken kleie, ill ich von meinen Hoffnungen erzählen, meine Probleme
eiergeben, meine Ünsche un Rauer. Ich ere noch versanen, och nur mi Mühe, un mache Ore
bleiben berefs auf er Srecke.
As nun äre, üre ich immer eiere rau? Er viere Uchsae üre mir gesohlen. Un ami nich genug. Er
üne üre auch noch ehlen! Ün Uchsaen, meine Amen un Herren, üer ie ich nich verüge! Ich
ehaupe, ass Sie rozem, nach einer Zei es Hörens, einer Zei er Gohnhei ie Uchsaen, ie Räger es
Geäues meiner Sprache nich mehr vermissen üren, sonern hören, as ich Ihnen zu sagen hae,
Ihnen mieilen ill.
Meine Amen un Herren, ich eiß um eine große Zahl Menschen, ie gelern haen, nich zu
schreien, nich auzuegehren. Enn üren sie schreien, üren sie soor au ie ehlene, au ie scheinar
uneing noenige Zahl an Signalen veriesen eren, aus enen Sprache eseh un üer ie sie nich
verügen.
Ich eanke mich ür Ihre Geul un ie Sie, Ihr Vermögen, en Reichum Ihrer Sprache mi aneren zu
eilen.
Vielen Ank!



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